Laufkleider

Als ich neulich eines meiner A.P.C. Kleider trug, meinte ich zu meiner Mama, wie herrlich diese seien und dass ich gerne mehr davon hätte. „Laufkleider hat Deine Oma das damals genannt.“ erzählte sie mir. Und ich erinnerte mich: Meine Oma, eine wunderschöne und gut gekleidete Frau, trug ständig solche Kleider. Schon morgens hatte sie ein sogenanntes Laufkleid an, kombinierte dazu flache Schuhe oder halbhohe Pumps, fuhr damit in die Stadt zum Einkaufen und trug es immer noch, wenn nachmittags der Kaffee serviert wurde. Meine Oma mochte es gerne unkompliziert und dennoch mit Stil – diese Sorte Kleider waren einfach wie für sie gemacht. Zwei Generationen später, bin ich auch auf den Geschmack gekommen.

Ein Laufkleid ist mehr oder weniger knielang („Eine handbreit überm Knie“) oder länger, kann kurze oder auch lange Ärmel haben, eine Knopfleiste, Kragen, aufgesetzte Taschen oder einen U-Boot-Ausschnitt besitzen, ist aber immer aus einem tollen, bequemen Stoff gefertigt und lässt sich jederzeit unkompliziert anziehen und tragen. Laufkleider sind nie zu sexy, zu transparent oder zu kurz, deswegen sieht man mit ihnen auch immer angezogen aus und ersetzt damit im Alltag die Jeans, auf die ich dennoch nicht verzichten möchte. Meine Oma hätte gesagt: „Das ist was Gscheid’s!“ und meinte damit dann wohl Qualität und Schnitt dieser Kleider, die sich im Look schnell verändern konnten. Meine Mama erinnerte sich bei unserem Gespräch daran, dass man den Style schnell down- oder upgraden konnte, mit einem Gürtel oder edlen Pumps, mit Goldschmuck oder einem Haarband. Laufkleider konnte man den ganzen Tag tragen, vom Frühstück bis zum Abendessen und wurden von Cocktailkleidern für besondere Anlässe abgelöst.

Das Wort „Laufkleid“ gab es übrigens nicht offiziell, war aber bei uns in Österreich wohl sehr bekannt und jede Verkäuferin in einem Modehaus wusste, was damit gemeint war, fragte man danach. Mir gefallen diese Kleider an und für sich schon ausgesprochen gut, sie schmeicheln meiner Figur und sind für jede Gelegenheit die richtige Wahl. Und da halte ich es wie meine Oma: Mal wird es mit großen Ohrringen, mal mit Sandalen und mal mit einer hochwertigen Uhr getragen – die Kleider sind verwandelbar, ohne dass man dabei verkleidet aussieht.

 

Foxycheeks / Outfit Beautyblogger / Yelda Yilmaz

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Wo gibt es gute Laufkleider?

A.P.C., Victoria Beckham, Equipment, Diane von Fürstenberg (die Wickelkleider sind Kult!), Stella McCartney und Max & Co. haben sehr hochwertige Stoffe und dementsprechend auch höhere Preise als Marken wie Mint & Berry, Pepe Jeans und oder die Asos Eigenmarke, wo man deutlich weniger ausgeben muss, aber auch oft Polyester & Co. in Kauf nehmen muss. Ein Geheimtipp im Luxus-Segment ist Vanessa Seward, die schon für Chanel, Azzaro und A.P.C. designt hat. Sie macht zeitlose Kleidungsstücke, darunter auch sehr hübsche Kleider, die ein kleines Vermögen kosten, aber auch aus z.B. feinster Seide gemacht sind. Ich habe mir die Kleider neulich in Paris angesehen und muss schon sagen, dass ich schwer beeindruckt von Schnitten, Stoffen und Qualität bin. Auch Lena Hoschek hat grandiose „Laufkleider“ mit 60ies Touch in schönster Qualität, die ich jede Saison aufs Neue anschmachte.

Gute Kompromisse führen Sézane, BodenSessun (abgesehen von den Jerseykleidern), &otherstories, Uniqlo und COS, da muss man nur das Materialetikett checken. Das gilt auch für Marken wie Sandro, Maje und Claudie Pierlot, die ich wahnsinnig gerne mag, aber ehrlich gesagt immer auf den Ausverkauf warte und selten zum Vollpreis kaufe. Investition ja – aber nur, wenn es sich wirklich lohnt. Ihr kennt mein Motto in allen Belangen… Bei Monshowroom kann man übrigens auch ganz wunderbar stöbern – in jeglicher Qualität und Preisklasse.

 

Mein Look

Meine A.P.C. Kleider möchte ich auf jeden Fall nicht mehr hergeben und bin mir sicher, dass ich sie einige Saisons tragen werde. Die beiden letzten hatte ich im Sale diesen Sommer entdeckt und freue mich, dass man die Kleider auch noch im Herbst und Winter mit einer Strumpfhose tragen kann. Für die kältere Jahreszeit wünsche ich mir auf jeden Fall noch ein dickeres Kleid von dem französischem Label, denn die Schnitte passen mir nicht nur gut, ich fühle mich in jedem Stück besonders wohl, weil nichts zwickt oder hochrutscht. A.P.C. macht in meinen Augen die besten Kleider für den Alltag und ich könnte wohl jedes aus der aktuellen Kollektion wählen.

 

Mein Look

Kleid: A.P.C.
(ähnlich dieses Modell aus der Herbst-Kollektion)
Pumps: Aeyde ‚Blake‘ (das Modell in Grau hier)
Tasche: A.P.C. Soho Bag
Sonnenbrille: Céline Caty

Foxycheeks / Outfit Beautyblogger / Yelda Yilmaz

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Bilder: Yelda Yilmaz

 

3 Comments

  • Antworten September 22, 2016

    Emma

    Liebe Hanna, das ist so ein toller Artikel mit tollen Bildern. Vielen Dank! Du hast beschrieben, was ich bisher nicht in Worte fassen kann. Ich habe Kleider diesen Sommer auch für mich wiederentdeckt. Ein Kleid hast, dass man mit einem Kleidungsstück komplett angezogen ist und keine Zeit mehr vertut, sich überlegen, welche Schuhe/Hose/Oberteil nun wozu passt. Dein Style ist toll und eine echte Inspiration! x, Emmi

  • Antworten September 22, 2016

    Jenny

    Was für ein toller Artikel. Und die Bilder wirken wie eine kleine Tour durch die Stadt. Ist ja schließlich auch ein Laufkleid ;)
    mochte ich schon immer gerne nur einen namen hatte ich für diese Art kleid nie, danke dafür :)

    Steht dir herrvorragend und du strahlst so schön!

    Liebst, Jenny
    http://www.theplaincircle.com

  • Antworten September 22, 2016

    Anja

    Liebe Hanna,

    letzte Woche hat es ein neues Laufkleid in meinen Schrank geschafft. Das erste von APC. Das Kleid von deinen Fotos stand auch zur Auswahl, da ich aber eher schmal gebaut bin und wenig Busen habe, sah es bei mir langweilig aus. Kleider sind einfach super, anziehen, fertig. Danke für die weiteren Einkauf-tips. ich werde mal etwas stöbern. ;-)

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