78h am Tegernsee

Die Medien haben das Wort „Auszeit“ so sehr ausgelutscht, dass es beim Sprechen kaum mehr einen Wert hat. Sagt es mal ganz langsam: AUS-ZEIT. Eigentlich müsste es, so höre ich es, Stopzeit heißen, denn das ist genau das, was es für mich sagt. Stopp die Zeit, komm mal runter, schau nicht auf dir Uhr, lass es Dir gut gehen. Ich bin sehr dankbar für meinen Job, der im Jahr einige Reisen, Autofahrten und enorm viel Kommunaktion beinhaltet. Manchmal versuche ich dann, nach einer stressigen Woche, nichts zu machen und erwische mich dabei, wie ich am Wochenende dann wieder im Büro Homeoffice sitze, recherchiere, schreibe oder Fotos mache. Ich LIEBE meinen Job, aber besonders dann muss man aufpassen, dass man von der Arbeit, so gerne man sie macht, nicht übermannt wird. Denn was wirklich wichtig ist, ist die LIEBE für das was man tut und die wächst nicht durch Überstunden im Büro und enthusiastisches Non-Stop-Arbeiten, bei dem man sich wochenlang keine Pause gönnt.

Erst war es nur eine Überlegung, dann aber schnell gebucht und umgesetzt: Eine kleine Reise an den Tegernsee. Norman und ich waren beide noch nie dort und wollten uns dort eine kleine „Stopzeit“ gönnen. Nichts entschleunigt mich mehr als die Berge, das muss wohl an meiner Kärntner Seele liegen, die die Alpen manchmal vermisst und sich immer dort wohl fühlt, wo Berg und See aufeinander trifft. Deshalb hätte unsere Wahl für eine kleine Auszeit mit dem Tegernsee nicht besser treffen können.

Hotel Bachmair Weissach

Auf der Suche nach einer passenden Unterkunft für ein verlängertes Wochenende war uns wichtig, dass es gemütliche Zimmer, einen Spa, einen tollen Service und ein kulinarisches Angebot gibt – wir hatten vor, uns 4 Tage in einem Hotel zu verschanzen, bei Zeiten die Gegend zu erkunden und so viel wie möglich Zeit miteinander zu verbringen – am liebsten im Hotel selbst. Wir hätten es mit dem Bachmair Weissach, dem Traditionshaus am Tegernsee, nicht besser treffen können. Es ist schon ein bisschen her, dass wir das Hotel besucht haben, aber ich bekomme immer noch glänzende Augen, wenn ich an die warme Atmosphäre in diesem Haus zurück denke.

Kaum in der Lobby angekommen, riss mein Dialekt mein Hochdeutsch nieder und breitete sich mit einem Wohlgefallen aus, der mich wie in Watte packte und wohlige Heimatgefühle auslöste. Jo mei ist des schen! Der erste Kaffee in der Sonne, wir hatten nämlich viel Glück mit dem Wetter an jenem Wochenende, brachte ersten Frieden in meine aufgekratzte Seele, die von unbeantworteten Mails und hunderten Ideen in meinem Kopf getrieben war. Auf ein Stück hausgemachten Kuchen konnte ich nicht verzichten – Glückseeligkeit hat manchmal zu viel Zucker, was aber in solchen Momentan einfach nicht zählt. In der ersten Nacht schlief ich wie ein Baby und wurde erst durch die schüchternen Sonnenstrahlen geweckt, die irgendwann durch die Leinenvorhänge durch blitzten.

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Nicht zu Hause zuhause sein

Leinen, diesen Stoff findet man öfter im Hotel Bachmair Weissach. Inhaber Korbinian Kohler, der 2010 das Hotel übernahm, ist die Symbiose aus Tradition- und Designhotel in jedem Winkel des Hauses vollkommen geglückt: Es ist nie zu trutschig, dennoch gemütlich, sehr modern, aber nie zu kühl. Ich habe mich wirklich an jedem Plätzchen wohl gefühlt und mich besonders über die Freundlichkeit und Herzlichkeit der Mitarbeiter gefreut. Diese waren, genau wie es sein soll, immer verfügbar, aber nie spürbar. Apropos spüren: Eine Massage musste auch sein. Die Therapeutin brachte in einer Stunde wieder Linderung in die zwickenden Rückenverspannungen. Danach schlief ich im Spa erneut – zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich die absolute Entspannung und ein echtes Glücksgefühl eingeholt. Manchmal gibt es nichts schöneres, als dick in einem Bademantel eingepackt auf einer Liege Ruhe zu finden. Zu meinem Glück gehört dazu immer noch Lesestoff (Frauenmagazine!) – dabei kann ich einfach am besten abschalten. Im Spa wird übrigens mit Susanne Kaufmann Produkten gearbeitet, was mich besonders freut, da ich die Marke nach wie vor sehr schätze.

Der Spa wird, solltet ihr auch mal ins Bachmair Weissach kommen, gefallen. Es gibt alles was das Wellness-Herz begehrt: Treatments und Anwendungen, verschiedene Saunen, einen Innenpool und ein kleines Außenbecken, das mir besonders gut gefallen hat. Inmitten von Rosenbüschen mit Blick auf die Berge sitzt man im blubberndem Wasser – der perfekte Ort für ein paar romantische Minuten zu zweit und ein tolles Plätzchen, wenn man mal ganz alleine sein und sich ein paar Minuten ohne Handy und anderen Menschen gönnen möchte.

Kulinarisch findet man vier Highlights im Bachmair Weissach, die alle ihr Geld wert sind und mir das Wasser im Munde zusammen laufen lassen, wenn ich nur alleine dran denke: Die Kreuther Stube, die mit unterschiedlichen Fondue-Arten lockt (auch vegetarisch!), das Restaurant MIZU, welches japanische Küche in höchster Güte bietet, den Gasthof zur Weissach, der die Bayrisch-Österreichische Küche in Vollendung zubereitet und das Frühstücksbuffet, das genau meinem Geschmack entsprach. Alleine dafür würde ich immer wieder kommen wollen – die feine Avocadocreme hat einen feste Platz in meiner Erinnerung bekommen. Übrigens eine tolle Adresse für alle Allergiker (Milch, Gluten etc.), da man hier trotz Handicap wirklich ausgezeichnet frühstücken kann. Ich habe während den drei Tagen bestimmt ein bisschen zugelegt, aber habe ich schon erwähnt, dass ich fest daran glaube, Kalorien im Urlaub nicht zählen?

Neben den täglichen Sporteinheiten am See, der ja nur wenige Gehminuten vom Hotel entfernt ist, haben wir auch ein kleines Touri-Programm unternommen und uns auf der andere Seite des See unters Volk gemischt. Pflichtprogramm: Bier und Brezn im Herzoglichen Braustüberl bzw. bei Sonnenschein draußen im Biergarten. Sonne, Berge, See –  der Nachmittag fühlte sich fast ein bisschen wie ein Heimaturlaub in Kärnten an, nur dass es da keine Weisswürste gibt, von denen auch Norman probieren musste. Ein weiterer Tipp ist das Aran (Seestraße 8), das ganz nach meinem Geschmack ist. Das Highlight sind die belegten und bestrichenen Schnittchen aus Natursauerteigbrot (ohne Hefe!), die man mit Blick auf den See und das glitzernde Wasser verzehren kann. Schade nur, dass das Café schon so früh schließt (19h), wir wären gerne noch den ganzen Abend auf der hübschen Terrasse sitzen geblieben, so unheimlich gemütlich ist es da.

Als wir am Montag wieder los mussten, hatte ich keine Lust in den Mietwagen zu steigen; meine Seele war den nach 3 Tagen erst so richtig angekommen und wollte MEHR. „Ich könnte jetzt noch ne Woche dran hängen,“ meinte Norman zu mir, als er meinen schweren Koffer in den Kofferraum hievte. Wir hatten einfach ein perfektes, verlängertes Wochenende verbracht und so viele schöne Dinge gesehen, gegessen und erlebt, dass wir nahtlos so weiter machen wollten. Aber eines steht noch auf der Agenda: ein Besuch auf dem Wallberg, von dem man wohl einen ausgezeichneten Blick über das Tal und den wunderschönen Seehaben soll. Einer von vielen Gründen um bald wieder zu kommen und wieder mal eine kleine Stopzeit im Bachmair Weissach einzulegen. Man sagt, Glücksmomente dauern am Tegernsee etwas länger…

 

Hotel Bachmair Weissach
Hotel Website / Wiesseer Straße 1, 83700 Weißach (Rottach-Egern), Tegernsee

Hinkommen:
Mit Zug oder Flugzeug nach München, vor dort aus weiter mit der Bahn oder dem Mietauto.
Ein Auto ist empfehlenswert, wenn man den See erkunden möchte.

Zimmer:
DZ ab 180 Eur, je nach Saison und Verfügbarkeit / Gute Deals & Angebote findet ihr hier (ich hätte ja Lust auf den Dirndlnähkurs!)
Übrigens: Wer Kinder hat wird an diesem Ort doppelten Frieden finden, da das Hotel eine umfassende und kostenlose Kinderbetreuung anbietet.

Tipp:
Auch wenn ihr nicht im Hotel, aber in der Gegend seid, probiert eines der Restaurant aus. Sooooo gut!

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4 Comments

  • Antworten Juli 12, 2016

    Natalie

    Oh wie schön. Als Münchnerin (die in Hamburg arbeitet) bin ich natürlich oft am Tegernsee – aber immer nur für einen Tagesausflug. Ich glaube ich buche einfach mal eine Nacht im Bachmair – das klingt zu schön.

    • Juli 12, 2016

      Hanna

      Liebe Natalie – Du wirst es lieben. Übrigens: Wenn man einmal dort war und bei Tripadvisor eine Bewertung abgibt, bekommt für die nächste Buchung 50 Euro geschenkt! :)

  • Antworten Juli 16, 2016

    Ava

    Sag mal, sind da an den Bäumen tatsächlich noch keine Blätter (mehr)? Sieht so nach Herbst aus?

    Ansonsten – toller Bericht, würde ich auch gern mal hinreisen.

    • Juli 17, 2016

      Hanna

      Liebe Ava, Du hast ein scharfes Auge! Wir waren dort vor ein paar Wochen, bevor der Sommer in München ausgebrochen ist. Herzliche Grüße! Hanna

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