7 Punkte, die ich von der Fashionweek gelernt habe

Eine Woche Modewahnsinn. Für die einen ist die Fashionweek in Berlin stark überbewertet, die anderen sehen große Chancen für deutsche Designer und supporten diese Plattform. Ich habe dazu eine gemischte Meinung, finde, dass sich Berlin mit der Fashionweek manchmal sehr wichtig nimmt (oder sind es die Menschen?), finde es umgekehrt aber auch wichtig, die Kreativität in unserem Land nicht auszuschließen und sogar zu fördern. Fest steht: es geht einiges in Deutschland und ich finde es spannend das zu beobachten und ein paar Tage im Jahr mit dabei zu sein. So eine Woche stellt mich persönlich manchmal aber auch auf die Probe, ich lerne mich auf jeden Fall während diesen stressigen Tagen immer ein Stück mehr kennen. Ich bin in mich gegangen und konnte sieben Punkte ausmachen, die ich letzte Woche in Berlin mitgenommen habe:

1. Winter ist Winter. Fashionweek ist Fashionweek.

Ich habe letzte Woche Frauen ohne Strümpfe auf der Straße gesehen und junge Dame, gehüllt in zarte Mäntel, die ich im späten Frühling anziehen würde. Ich kann ja total verstehen, dass manche Herrschaften Aufmerksamkeit erregen möchten, um als herausragender Streetstyle fotografiert zu werden. Das ist das Business, das brauchen die Fotografen, das brauchen die Blogs, das braucht auch Vogue Online. Aber es wäre so erfrischend, wenn es dabei realistisch bleibt. Ich habe nämlich ein paar top Einkäuferinnen aus Deutschland gesichtet (z.B. Charlotte Kraska von Anita Hass und Sue Giers von Linette), die ganz stilvoll Strümpfe zu Winterschuhen und dicken Mänteln kombiniert haben, ohne überladen auszusehen. Klar, wer nur Taxi fährt, kann sich schon mal ein luftigeres Outfit erlauben, aber es kommt nicht von ungefähr, dass nach der Fashionweek im Winter plötzlich alle mit Grippe im Bett liegen.

Note to myself: Winter ist Winter. Ich habe gerne eine große Tasche und Wechselschuhe mit, um nicht nur dicke Winterboots zu den Veranstaltungen zu tragen und auch mal High Heels anziehen zu können. Die Sommeroutfits bleiben bei mir aber trotzdem bis Mai im Keller… Und: ich muss dringend auf Pinterest ein Board mit Winteroutfits anlegen. Da geht noch einiges!

2. Pot Of Gold einpacken!

Es gab mehrere Momente, an denen ich mir meinen Lieblingsbalsam herbei gewünscht habe: eine kleine Entzündung, spröde Lippen, super trockene Hände und Ellbogen, die in meinem neuen Kuschelpulli hängen blieben. Warum zum Teufel habe ich das Töpfchen eigentlich nicht eingesteckt? Fest steht: geht einfach nicht ohne, man weiß nie was passiert. Und Pot Of Gold hilft nicht nur bei trockener Haut, sondern auch bei kleinen Entzündungen und ist eine prima Lippenbase, wenn man eine Woche durchgängig matten Lippenstift trägt.

Note to myself: Ich muss dringend mal ein SOS-Kit für Reisen packen, in dem nicht nur ein Pot Of Gold, sonder auch eine kleine Reiseapotheke ist.

3. Gut frühstücken!

Normalerweise frühstücke ich ja gar nicht, sondern esse lieber früh mein Mittagessen. Das fällt bei der Fashionweek aber immer aus, also habe ich im Hotel morgens kräftig zugeschlagen, auch wenn das noch sehr ungewohnt ist. Mit Eiweiss (Rührei) starten, danach ein Granola-Müsli – satt satt super satt. Dann klappt es auch bis abends gut durch zu halten…

Note to myself: Nicht das Frühstück skippen wie sonst, sondern aus dieser Mahlzeit Kraft schöpfen lernen.

4. Realistisch bleiben!

Jedes Jahr das Gleiche: man macht sich einen Plan zur Fashionweek, Shows, Meetings, Lunch-Termine. Sieht super aus, ist aber trotzdem viel zu viel. Dieses Jahr dachte ich, ich kenne die Abläufe und mich selbst doch mittlerweile gut und weiß meine Kapazitäten einzuteilen, Pausen habe ich mir aber dennoch nicht eingeplant. Auch Lunch- und Dinnertermine sind bei mir beruflicher Natur und ich brauche während so einer vollgepackten Woche dringend auch Stunden für mich – zum Ausruhen im Hotelzimmer, Mails schreiben, Durchatmen, frisch machen… 

Note to myself: Ich muss mich noch besser kennen lernen und mir meine Energie gut einteilen.

5. Mattieren!

Im Backstageraum bat ich eine Kollegin um ein Erinnerungsfoto von mir vor der Sponsorenwand. Make-up Artist Loni Baur, die ihre Augen überall hat, bemerkte dies, machte große Augen und eilte mit Pinsel und Puder zu mir. „Das lohnt sich immer!“ Meine Catrice Blottingpapers (genau so gut wie die von Shiseido, sind aber viel günstiger!), die ich eigentlich IMMER in meiner Tasche habe, hatte ich zuhause vergessen. Kein Drama, aber auf Fotos sehe ich mit einer mattierten Stirn deutlich besser aus.

Note to myself: Eine glänzende T-Zone steht mir nicht. Ab sofort wieder ein mattierendes Puder oder Blotting Papers dabei haben. Jeden Tag!

6. Espresso mit Zitrone

Eine Woche hatte ich höllische Kopfschmerzen, die mich ganz schön aus dem Konzept gebracht haben. Waren es Spannungskopfschmerzen, Migräne oder der Wetterumschwung, den ich spürte?  Ich konnte mich kaum konzentrieren, habe zwischendrin fast geweint vor Schmerzen und leider viel zu viele Schmerztabletten genommen. Das half aber leider nicht, erst der Tipp von Kathrysnki brachte Linderung: Espresso mit Zitrone. Schmeckt wirklich widerlich, hilft aber sofort. Ich hatte schon oft davon gehört, seit der Fashionweek ist für mich aber DAS Hausmittelchen gegen üble Kopfschmerzen…

Note to myself: Öfter mal Hausmittelchen ausprobieren! Tabletten muss man ohnehin oft genug nehmen, wenn nichts mehr geht…

7. I love my job

Rückblickend kann ich nach so einer Woche sagen: das war anstrengend! Aber unheimlich toll und spaßig. Der Zeitplan ist randvoll, zwischendurch und abends muss gearbeitet werden und man unterhält sich mit noch mehr Menschen, als man gedacht hätte. Ich glaube, für meinen Freund wäre das eine Horrovorstellung – er sagt mir oft, dass er nicht versteht, wie ich so eine Woche rumkriege. Er arbeitet in einem komplett anderen Business (180°), was ich unheimlich schätze. Er fände wohl alleine eine Abendveranstaltung anstrengend, an der man nett lächelt und sich parallel um sein Netzwerk kümmert. Ich LIEBE aber meinen Job und spüre das als Berufung, deswegen fühlt sich die Fashionweek immer wie ein Rausch an, nach dem ich dann ganz viel schlafen muss. Ich suche mir immer nur die Shows und Events aus, die ich wirklich machen muss und vor allem möchte. Ich sage auch mal was ab, weil ich weiß, dass ich es nicht schaffe und vertröste Menschen lieber auf den nächsten Berlinbesuch. Business ist Business.

Note to myself: I love my job! Partys werde ich auch in den nächsten Jahren während der Modewoche meiden, ich hänge mich gerne rein und arbeite viel. Ich liebe meinen Job – das wird mir nach so einer Woche, immer wieder sehr bewusst. Dafür bin ich sehr dankbar und sehe es in keiner Weise als  selbstverständlich an.

Hanna Schumi / Foxycheeks

Trench: APC | Tasche: Furla (in schwarz hier)

5 Comments

  • Antworten Januar 28, 2016

    Verena

    Hallo Hanna,
    Wo gibt es den tollen Schal?
    Liebe Grüße

  • Antworten Januar 29, 2016

    Neele

    Liebe Hanna, wie immer seeeehr sympathisch geschrieben! Insbesondere die Teile mit den Winterklamotten und deinem Job! Ich habe mir auch schon viele Bilder gespeichert, weil man im Winter immer so schnell zu All Black greift und ich es auch schwierig finde, schöne Outfits zusammenzustellen. Wie schön, dass man von sich sagen kann, dass man seinen Job lieb, das ist wirklich beneidenswert! Ganz liebe Grüße, Neele

  • Antworten Januar 29, 2016

    Joanna

    Liebe Hanna,

    ich finde es sehr schön, dass du sowas – ja fast schon demütiges -schreibst.

    Ich bin mir sicher, dass du mega viel arbeitest, um uns Lesern diesen tollen Conten for free zu präsentieren!! Hut ab dafür! Ich lese dein Magazin bereits seit dem ersten Post als ich noch Studentin war.

    Vielleicht kann ich dieses Jahr auch endlich die Energie aufbringen, um mich von meinem ollen Job, der mich krank und unglücklich macht, zu lösen. Einen Job zu haben, den man liebt, ist auch für mich keine Selbstverständlichkeit.

    Liebste Grüße,
    Joanna

    • Januar 29, 2016

      Hanna

      Liebe Joanna, danke für Deine lieben Worte! Ich freue mich sehr, dass Du so eine treue Leserin bist. Ich weiß selbst, wie krank der falsche Job machen kann. Ich habe mir immer gesagt: lieber schenke ich in einem netten Café übergangsweise Kaffee aus, als dass ich in einem Büro sitze, das mich unglücklich macht. Ich wünsche Dir, dass Du einen wunderbaren Job findest. Oft tut sich in einer Übergangslösung auch schon ganz viel Energie auf, um dann einen ganz neuen Weg und Schritt zu gehen. Toi toi toi! 2016 wird ein super Jahr :)

  • Antworten Januar 29, 2016

    Verena

    Die Haare sind super so! Ich würd auch gern wissen wos den tollen Schal gibt…

Leave a Reply