Sunday Read: Heritage Post Women

Ich habe es schon geahnt – und so hatte ich, nach 3 Stunden Flug, die Heritage Post Women hinter mir. Es ist ein bisschen so, wie mit einer guten Serie: traurig, dass vorbei, aber glücklich, dass gewesen.

Als ich Uwe van Afferden, Herausgeber der Heritage Post, zufällig bei der Aesop Store Eröffnung in Köln kennen lerne, schwor ich mir: die nächste Frauen-Ausgabe hole ich mir. Ein interessanter Mann, dessen Produkt ich mir genauer ansehen wollte. Ich hatte schon öfter mal reingeluschert, aber nie zugeschlagen. Nun bin ich gefesselt und habe etwas wieder gefunden, was ich lange vermisst habe: die Sehnsucht nach einer neuen Ausgabe. Nach neuen Frauen-Porträts, besonderes Geschäften und Frauen, nach einer kräftigen Portion Einzigartigkeit, in die ich mich eingehüllt fühle.

Ich bin begeistert über den Bericht der Parfümerie Buly 1803. Irgendwie hätte ich den Text anders geschrieben und die Fotos anders gemacht – und trotzdem muss ich unbedingt hin, wenn ich das nächste Mal in Paris bin. Es ist gut geschrieben, keine Frage; der Text eckt aber irgendwie an mir an und ich freue mich darüber. Hier entfernt man sich vom Einheitsbrei. In dem schwimmen auch nicht die interessanten Damen, über die ich viel Privates lese. Ich erwarte mehr Business, lese aber über Menorca, dem alljährlichen Reiseziel der bezaubernden Coco; ich erwarte am Anfang noch mehr über die Karriere und vor allem einen Link, zu Karo, Visagistin, zu erfahren, und bemerke plötzlich, wie schön es ist, über ihre Zukunft im Campingwagen zu lesen und dass sie gerne Risotto kocht. Genau so einzigartig sind die ausgewählten Kleidungsstück und Accessoires auf den gegenüberligenden Seiten, die ein sehr aktuelles Thema in mir aufgreifen – Einzigartigkeit. Es gibt nämlich noch so viel mehr als die Celine Trio Clutch, Acne Jensen Boost (auch wenn sie wirklich sehr schick sind) und Alexander Wang Shirts. Ich notiere mir den entzückenden Gold-Armreifen von The Medley Institute, den dicken Pullover von Iaponia und die Jeans von Good Society, auf die ich sparen möchte. Besonders gefällt mir das Modell CLARA von Grenson, das zwar auch Plateau und Loafers kombiniert, aber nicht Stella McCartney drauf steht. Zwar wusel ich auch mal gerne durch die Luxus-Onlineshops um zu gucken, aber langsam geht mir das Labeling und die immer gleichen gehypten Marken, Modelle und Produkte auf den Keks. Wo bleibt der Individualismus? Ich möchte 2015 öfter zu diesem Gedanken zurück kommen und wünsche mir, dass ich Zara endlich aus meinem Leben verbannen kann. Le Monkey de l’Amour, auf der ersten Seite, möchte ich mir gerne zum neuen Jahr selbst schenken und mich ganz oft daran erinnern, dass Liebe das Wichtigste im Leben ist. Die Nachhaltigkeit kommt dann von ganz alleine…

Im Vorwort steht, es hätte Beschwerden der Leser gegeben, man könne sich ja nichts von den vorgeschlagenen Produkten leisten. Uwe kontert, ich kann ihn förmlich vor mir hören, smart und klug: könne man. Man müsse nur verzichten lernen. Das will (jetzt) nur keiner hören! Die einen kaufen eben viel (und gedankenlos), die anderen, wählen ganz bewusst und geben ihr Geld den richtigen Leuten – so sagt er. Daran möchte ich wieder fester halten, öfter nachdenken. Mein Konsumverhalten hat sich bereits verändert, aber noch nicht so, wie ich es mir vorstelle. Lange spreche ich schon davon, wenigere, aber wertvollere Dinge zu kaufen, anstatt viele günstige, die die Frage nach einer fairen Produktion und Ermöglichung eines solchen Preises aufrufen sollten. Ich bin noch zu schwach, greife mich jetzt selbst bei der Nase und freue mich, dass es ein Print-Magazin schafft, mir solche Gedanken zu schenken. Lieber Uwe, sei gewiss, die nächste Ausgabe wird auf meinem neuen Nachttisch liegen, den ich schon bald kaufen werde. Mit Köpfchen versteht sich.

Beauty Lieblinge dieses Wochenende: das Energy Spray von Ila Spa, dass mich ganz wohlig einhüllt. Der Duft: kräuterig, aber doch frisch. Und der Alessandro Cuticle Remover, der echte Konkurrenz zu meinem Evergreen von Sally Hansen ist. Perfekt für meine wöchentliche Maniküre am Sonntag!

Das Kissen kommt von Indiska und ist, wie der gesamte Katalog, ein Träumchen. Hamburg hat nun endlich eine Filiale, wo ich demnächst unbedingt noch mehr schöne Deko-Sachen kaufen möchte. Die hübschen Windlichter sollen warmes Licht in diesen schrecklich grauen November bringen…

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